Fernverkehr überlastet Strasseninfrastruktur | 11.06.2014

Die Ferienzeit rückt näher und viele Europäer verreisen in den Sommerferien mit dem Auto in den Süden. Dies überlastet das Schweizer Strassennetz und führt zu Staus.

Symbolbild Stau am Gotthard
Symbolbild Stau vor 50 Jahren

    Die Sommertage werden wärmer und die Ferienzeit rückt näher. Viele nutzen diese Gelegenheit in den Süden zu reisen. Doch meist müssen die Reisenden die eine oder andere Geduldsprobe über sich ergehen lassen, bevor sie die wohl verdienten Ferien geniessen können. So staut sich der Verkehr in den Sommermonaten und über Feiertage sowohl am Gotthard wie auch am San Bernardino Tunnel kilometerweit.

    Grösseres Verkehrsaufkommen

    Das Verkehrsaufkommen in der Schweiz hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Diese Entwicklung hat viele Ursachen wie z.B. das Wachstum der Bevölkerung, die Zunahme des Bruttoinlandprodukts, die Veränderung der Altersstruktur oder die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur.

    Mehr potenzielle Autofahrer

    Seit 1990 ist die Bevölkerungszahl der Schweiz um 18 % auf fast 8 Millionen angestiegen. Mit der Anzahl Menschen steigt üblicherweise auch das Verkehrsvolumen. Aber auch die Altersstruktur hat sich verändert. So waren im Jahr 1950 noch über 30 % der Bevölkerung unter 20-jährige, im Jahr 2011 waren dies nur noch 20.6 %. Besonders gross war der Anstieg auch in der Altersgruppe der 40- bis 50-jährigen. Im Jahr 2011 gab es also mehr 20- bis 50-jährige und somit mehr potenzielle Autofahrer als noch vor 60 Jahren.

    Höhere Mobilität

    Das Bruttohaushaltseinkommen verzeichnete zwischen 2006 und 2010 eine Zunahme um 12 %. Die Steigerung des Wohlstandes ermöglicht das Erfüllen von Mobilitätsbedürfnissen und kann gleichzeitig neue Bedürfnisse wecken.

    Durch den stetigen Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes lässt sich der Süden in immer kürzer werdenden Reisezeiten erreichen. Dies führt dazu, dass mehr Personen öfters mit dem Auto in die Ferien reisen.

    5139 Kilometer mit dem Auto

    In der Schweiz wird für ungefähr 50 % der Reisen das Auto verwendet. In der Schweiz unternahm jede in der Schweiz wohnhafte Person durchschnittlich 2.4 Reisen mit Übernachtung und legte dabei 5139 km zurück.

    Überlastung der Verkehrsinfrastruktur

    All diese Entwicklungen hatten in den letzten Jahren starken Einfluss auf das Verkehrsgeschehen. Im Jahr 2012 wurden 19‘921 Staustunden registriert, was im Vergleich zum 2008 beinahe eine Verdoppelung darstellt. Die Hauptursache für Staus auf Schweizer Strassen sind das hohe Verkehrsaufkommen und die Überlastung der Verkehrsinfrastruktur.

    Die HMQ AG rät allen Reisenden, die aktuelle Verkehrslage auf der offiziellen Webseite des Bundesamts für Strassen (ASTRA) zu verfolgen und gegebenenfalls auf eine alternative Route auszuweichen.

    Autor: HMQ AG, Verkehrsplanung

    Foto: HMQ AG, Verkehrsplanung